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Die Ausstellung

2. Oktober 2010 bis 28. November 2010 im Kraftwerk Mitte, Berlin

Vom 1. Oktober bis zum 28. November war Berlin Schauplatz der großen Stadtausstellung Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit.

Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit– die Publikation
Acht Fotografinnen und Fotografen haben sich auf unsere Einladung hin in Realstadt umgesehen. Aus einer Ausstellung, die ihrerseits die Wirklichkeit weder abbildet noch illustriert, sondern auf unverwechselbare Weise verkörpert, wurde eine Bilderzählung. Dabei überrascht die Selbstverständlichkeit, mit der all diese Bilder von den lokalen Bedingungen, Plänen und Wünschen deutscher Städte berichten und doch Teile einer eigenen städtischen Wirklichkeit sind, wie sie Realstadt zwei Monate lang im Kraftwerk Mitte produziert hat.
Die Publikation erscheint am 13. Dezember 2010.

Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit / Wishes Knocking on Reality's Doors; herausgegeben von: Angelika Fitz, Martin Heller; mit Fotografien von: Tobias Gratz, Torben Höke, Philipp Horak, Paul Kranzler, Sandra Kuhne, Kay Michalak, Julia Müller-Maenher, Andrew Phelps; ISBN 978-3-033-02748-0; 27.- Euro zzgl. Versandkosten.
Bestellungen bitte an: info@hellerenter.ch


Diese Ausstellung handelte nicht nur von der Stadt selbst, sondern auch vom Umgang mit ihr. Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit zeigte Stadtentwicklung als Projekt vieler Akteurinnen und Akteure – mit alltäglichen Wünschen und spektakulären, idealistischen und ökonomisch motivierten, lokalen und weltumspannenden. Denn: Städte sind aus Wünschen gebaut, von Wünschen bewegt und von Wünschen durchlebt.

Rund 250 Architektur- und Stadtmodelle sowie 65 beispielhafte Projekte aus ganz Deutschland erzählten vom Wunsch nach Veränderung und von den Energien, die dafür nötig sind. Ausgewählt wurden die Modelle nach einem bundesweiten Aufruf aus den Einreichungen von Kommunen, Planungsbüros und Hochschulen, aber auch von Initiativen und Einzelpersonen. Großflächige Stadtumbauten gehörten ebenso dazu wie punktuelle Interventionen, realisierte Konzepte und gescheiterte Wettbewerbe, Partizipationsprozesse oder kühne Einzelthesen. Einen wichtigen Ausgangspunkt bildeten die Preisträger des „Nationalen Preises für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur”, der 2009 vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ausgeschrieben wurde. 



Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit bespielte rund 8.000 qm der gewaltigen Turbinenhalle im 1961 erbauten ehemaligen Kraftwerk Mitte. Hier fügten sich die Modelle zu einer weitläufigen Stadt auf Zeit, in der Bremen neben Aachen liegt und Görlitz neben Ulm. Dies auf zwei Geschoßen der Turbinenhalle, die selbst wie eine Art erweiterte Stadtlandschaft anmutet. Erstmals für eine Ausstellung hergerichtet, bot dieser Bau in seiner massiven Brüchigkeit einen überwältigenden Resonanzraum für das Spiel der Modelle und machte den Stadtdiskurs zum Schauvergnügen.



Veranstalter war das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) vertreten durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Konzipiert und realisiert wurde die Ausstellung von Martin Heller (Heller Enterprises), Intendant von Linz2009 Kulturhauptstadt Europas und zuvor künstlerischer Direktor der Schweizerischen Landesausstellung EXPO.02, gemeinsam mit der Kuratorin Angelika Fitz und dem Architekten Tristan Kobler, Holzer Kobler Architekturen.

einige Pressestimmen zur Ausstellung:

"Die Schau, welche dem Trend weg vom spektakulären Einzelbau und hin zur Stadt als komplexem Organismus folgt, betört die Besucher durch ein Gespinst flirrender Eindrücke. // Obwohl sie sich als 'Ausstellung ohne Lernziel' versteht, macht die 'Realstadt'-Schau einem breiten Publikum die Stadt neu erlebbar – als einen Ort, den man mitgestalten kann und soll.“
Roman Hollenstein, NZZ, 2. November 2010

"Nur weil etwas spektakulär aussieht, muss es nicht unbedingt einen Haken haben. Muss denn jede Ausstellung brav in unserem intellektuellen Architektenkarree bleiben? Ausstellungen dürfen Spaß machen. Genau das tut Realstadt. Und ist dabei auch noch extrem inspirierend."
Brigitte Schulz, Bauwelt, 26. Oktober 2010

"Indem sie die Akteure im derzeitigen Städtebaugeschehen abbildet, hat Realstadt tatsächlich etwas mit der Wirklichkeit zu tun.“
Uwe Rada, taz, 26. Oktober 2010

"Der Besucher als Flaneur, das klingt abgedroschen, aber funktioniert tatsächlich. Wer hier den roten Faden seiner Lieblingsprojekte nicht selber zu knüpfen vermag (die gut geschriebenen Kurztexte sind eine Hilfe), dem bleibt immer noch das Kraftwerk selbst: Als Möglichkeitsraum und Riesenprojektionsfläche der eigenen Wunschvorstellungen.“
Oliver Elser, germanarchitects.com, eMagazin, Oktober 2010

"Allein diese Modelle sind schon eine Kunst für sich. Da gibt es die gebastelten aus Pappkarton und die High-Tech-Versionen aus Plexiglas, Gottfried Böhm kreierte einst seine Neustadt für Aachen wie aus Knetgummi, Schüler verwenden Uhu-Dosen und anderes Recycling-Material. Es gibt die ernsthaften Versionen und die verspielten, die polemischen und die propagandistischen."
Christina Tilmann, Tagesspiegel, 2. Oktober 2010

" ... Überblendungen und ironische Brechungen sind die Stärke der Ausstellung. Die unterschiedlichsten Maßstäbe, Projekte, Epochen und Stile stehen da nebeneinander, reizen manchmal, etwa bei den martialischen Stadtumbauprojekten der 1970er-Jahre, zum Stöhnen, andere Male zum Lächeln, wenn kleine Orte sich mit Felsenfahrstühlen aufzumotzen suchen."
Nikolaus Bernau, Berliner Zeitung, 1. Oktober 2010

„Gut, dass sich jetzt eine Ausstellung des Bundesministeriums mit realitätsnahen Wünschen befasst.“
Baunetzwoche, 1. Oktober 2010

"Wir können uns mit Modellen nicht nur in die Wünsche von anderen Menschen hineindenken, sondern können uns der Illusion hingeben, tatsächlich darin herumzulaufen. Ein Modell ist nicht nur eine Visualisierung einer Vision, sondern wir meinen die Utopie wirklich zu erleben. Realstadt – Wünsche als Wirklichkeit ist eine großartige Ausstellung, die zum Glück auch relativ lange zugänglich bleibt."
Magnus Hengge, www.berlin-ist.de, 2. Oktober 2010

"So werden die Ausstellungsbesucher auf Miniaturvorstellungen der Welt blicken und gleichzeitig Räume betreten, die so unfertig und spröde sind, dass die typische Berliner Atmosphäre von Umbruch und Aufbruch spürbar wird."
Laila Niklaus, tip Berlin, 1. Oktober 2010

"... ein anregendes und verwirrendes Spiel mit den Verhältnissen."
Tobias Riegel, Neues Deutschland, 2. Oktober 2010